Kultur- und Kreativwirtschaft in Hessen

basis e.V. Frankfurt

Beispielhafte Kooperation von Kulturschaffenden, Hochschulen, Stadt, Land

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Der gemeinnützige Verein basis e.V. ist im Jahr 2005 aus der Initiative raumpool Rhein-Main hervorgegangen. Diese wurde Ende 2001 als Kooperation mehrerer im Rhein-Main-Gebiet ansässiger (Kultur-)Institutionen und Hochschulen gegründet. Dazu gehören das Museum für Moderne Kunst, die Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main (HfG), die Städelschule Frankfurt, das Ballett Frankfurt sowie die Stadtwerke Offenbach. raumpool unterstützt im Stadtraum die „nomadisch“ (d. h. im Wechsel von einem halben bis zu einem dreiviertel Jahr) angelegte Realisierung von situativen Projekten und Ausstellungen mit Frankfurter und internationalen Künstlern. Zusätzlich vermittelt die Initiative jungen Künstlern und Kreativen im Rahmen einer Zwischennutzung Arbeitsräume in leerstehenden Liegenschaften. 2005 etablierte sich das Projekt basis e.V. im Bahnhofsviertel in der Elbestrasse 10, einer 5-stöckigen Liegenschaft der Stadt Frankfurt. Ende 2007 wurde aufgrund der grossen Nachfrage darüber hinaus die ehemalige Landesbildstelle in der Gutleutstrasse 8-12 befristet angemietet. basis e.V. stellt nun an zwei Standorten in zentraler Lage des Frankfurter Bahnhofsviertels insgesamt 120 Arbeitsräume für rund 130 freischaffende und angewandte Künstler aus allen Disziplinen zur Verfügung.

Räumliches und kulturelles Umfeld

Das Ende des 19. Jahrhunderts als repräsentatives Wohnviertel erbaute gründerzeitliche Bahnhofsquartier ist heute von Leerständen gekennzeichnet. Das einstige Frankfurter Renommierviertel war in den 1960er und 1970er Jahren durch seine Rotlichtbezirke, die offene Drogenszene und die damit verbundene Kriminalität in Verruf geraten. Um das Image wieder zu verbessern und die Potenziale des Stadtteils besser zu nutzen, ließ die Stadt Frankfurt ein Entwicklungskonzept für die Bereiche Wohnen, Freiraum, Verkehr und Stadtkultur erarbeiten. Ein Stadtteilbüro trug massgeblich dazu bei. Darüber hinaus kamen dem Viertel Fördermittel in Millionenhöhe zur Umwandlung von Büro- in Wohnraum zugute. Das ursprünglich für 11.000 Menschen geplante Bahnhofsviertel hat heute nur noch knapp 2.000 Einwohner. Mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Bewohnern und Gewerbetreibenden mit Migrationshintergrund besitzt es eine wichtige Funktion für die Integration von Zuwanderern. Die Bewohnerschaft setzt sich aus kinderreichen Familien, jungen Alleinerziehenden und älteren Alleinstehenden aus den unteren Einkommensgruppen, aus studentischen Wohngemeinschaften, aber auch gut verdienenden Angestellten aus dem Finanzgewerbe, der Werbung und der Theaterszene zusammen.

Nutzung

Die Elbestrasse 10 beherbergt 35 preiswerte Ateliers und Arbeitsräume für Künstler und Kreative. Am zweiten Standort von basis e. V. in der Gutleutstrasse 8-12, der im Januar 2008 eröffnet wurde, sind weitere 85 Räume dazugekommen, die ebenfalls bereits komplett an junge Kreative vermietet sind. Die Arbeitsräume werden mit Ein- bis Dreijahresmietverträgen weiter gegeben, die Verträge bei Bedarf verlängert. In den beiden Häusern stehen ausserdem ca. 450 qm Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche zur Verfügung.

Finanzierung und Organisationsform
Zu Beginn des Projekts erhielt der Verein einen Startzuschuss der Stadt Frankfurt sowie ein Darlehen des Hessischen Immobilienmanagements. Die Stadt Frankfurt stellt dem Projekt das Gebäude in der Elbestrasse für sechs Jahre mit Option auf Verlängerung zu einem geringen Mietzins zur Verfügung. Das Gebäude in der Gutleutstrasse wird dem Verein vom Land Hessen
(Hessisches Immobilienmanagement) für drei Jahre mit Verlängerungsoption um zwei Jahre zu ähnlichen Konditionen vermietet. Durch den günstigen Mietzins kann sich basis e. V. aus dem überschuss der Mieteinnahmen weitgehend selbst tragen. Der Verein ist aber weiterhin auf Sponsoren angewiesen. Derzeit hat der gemeinnützige Verein basis e.V. sieben Mitglieder. Mit der Eröffnung des zweiten Standortes wurde zusätzliches Personal auf Grundlage von Werkverträgen eingestellt.

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