Kultur- und Kreativwirtschaft in Hessen

Projektbeispiele

Für den 3. Kulturwirtschaftsbericht des Landes Hessen „Kulturwirtschaft fördern – Stadt entwickeln“ wurden ab März 2007 bis Ende 2008 rund 120 kulturwirtschaftliche und kulturelle Projekte identifiziert, die in enger Wechselwirkung mit der Stadtentwicklung und dem Stadtumbau stehen. Sie sind als gesonderter Band „Kulturwirtschaft FÖRDERN - Stadt ENTWICKELN - Beschreibung der recherchierten Projektbeispiele" erschienen.

Im Folgenden werden ausgewählte Projektbeispiele aus Hessen erläutert.

Projektbeispiele

The Electric Hotel

Gold-Auszeichnung Designpreis der Bundesrepublik Deutschland

THE ELECTRIC HOTEL ist ein zu einem mobilen Kraftwerk umgebauter Airstream- Trailer, der mittels regenerativer Energieerzeugung Event-Besuchern direkt vor Ort Strom zur Verfügung stellt. Es versteht sich als Kommunikationsplattform, die regenerative Ideen, nachhaltige Konzepte, künstlerische Inhalte und eine auf Events verzweifelt gesuchte Dienstleistung kombiniert.
Die Energie wird mit Solarpanels und einem Windrad erzeugt. Das Erscheinungsbild des Trailers ist eine Mischung aus Hochtechnologie und Retrostil, da über die Hälfte der Bauteile aus recycelten Materialien bestehen. Kunden, z. B. auf Festivals, können ihr Handy bei THE ELECTRIC HOTEL abgeben und mit aufgeladenem Akku wieder abholen. Für diese Prozedur wurde ein spezielles Kassensystem entwickelt. Kooperationen mit internationalen Künstlern, Musikern und Filmemachern bilden ein einzigartiges Beiprogramm. Ein Trickfilmprogramm auf dem großen LED-Bildschirm hinter einem der
Fenster lädt zum Verweilen ein.

Das mobile Minikraftwerk THE ELECTRIC HOTEL hat den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in Gold gewonnen. 

Bei der Verleihung des Preises der Preise am 25.10.2012 in Berlin lobte die Jury das außergewöhnliche Konzept, welches Design, Kunst, erneuerbare Energien und eine Dienstleistung in sich vereint. THE ELECTRIC HOTEL sei anders als alle anderen nominierten Produkte und Leistungen, so die Jury, und hat schon am Tag der Begutachtung auf dem DMY Festival überzeugt.

Coworking in Hessen

Der 4. Hessische Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht thematisiert u.a. den Trend Coworking, der neue interessante Kooperationsmöglichkeiten schafft. In Hessen gibt es einige Beispiele für Coworking, die Sie im Bericht im Kapitel "Synergien durch Vernetzung" finden.

Coworkingstandorte in Hessen sind u.a.

CoWo 21, Darmstadt
www.cowo21.de

MAINRAUM Frankfurt
www.mainraum-gruenderhaus.de

Barbizz, Hanau
www.barbizz.de

Nachrichtenmeisterei Kassel
www.nachrichtenmeisterei..de

Coworking Space Königsstein
http://www.coworking-koenigstein.de

OFfenraum Offenbach
http://offenraum.de

Heimathafen Wiesbaden
www.heimathafen-wiesbaden.de/

(Foto: Barbizz Hanau)

RADAR - Kreativräume für Frankfurt

Erklärtes Ziel des Projekts RADAR ist es, Raum suchende Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft mit Eigentümern leerstehender Läden, Werkstätten und Büros in Frankfurt zusammen zu bringen. Dadurch werden Künstler und Kreative in ihrer Entwicklung unterstützt, Leerstand abgebaut und Frankfurts kreatives Potential gestärkt. Nicht zuletzt resultieren aus erfolgreichen Vermittlungen eine städtebauliche Aufwertung der Gebiete und eine gesteigerte Lebensqualität in den Stadtvierteln.
Das Angebot der Vermittlung günstiger Arbeitsträume sowie der Entwicklung von Nutzungskonzepten richtet sich primär an Berufsanfänger als auch junge Klein- und Kleinstunternehmer aus den Bereichen Kunst, Design, Architektur, Literatur, Film, Darstellende Künste, Musik, Journalismus, Rundfunk, Software/Games und Werbung. Doch auch Eigentümer geeigneter Räumlichkeiten sind dazu aufgerufen, die provisionsfrei arbeitende Plattform zur Vermittlung ihrer Flächen an Kreative zu nutzen. Ergänzt wird das Projekt RADAR durch ein eigens von der Stadt Frankfurt aufgelegtes Förderprogramm. RADAR unterstützt Interessierte bei der Antragstellung auf Bauzuschüsse aus diesem „Frankfurter Programm zur Förderung des Umbaus leer stehender Räume für Kreative“.

Quelle und weitere Informationen hier

Akademie für interdisziplinäre Projekte in Offenbach

Die Akademie für interdisziplinäre Prozesse ist eine Institution für Kultur, Forschung und Lehre in einer ehemaligen Drogerie in Offenbach. Hier treffen sich engagierte Menschen, erforschen und diskutieren die Strömungen unserer Zeit, entwerfen gemeinsam Utopien und lassen sie in verschiedensten Formaten Realität werden.

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Wiesbadener Architektur Zentrum (WAZ)

Der gemeinnützige Verein „Wiesbadener Architektur Zentrum“ (WAZ) richtet sich an Architekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, aber auch an die baukulturell interessierte breite Öffentlichkeit. Er stellt aktuelle Positionen und Tendenzen in der Architektur mit Ausstellungen, Vorträgen, Konferenzen, Filmvorführungen und Exkursionen zur Diskussion, mit dem Ziel, Brücken zwischen der interessierten Öffentlichkeit, Politik, Auftraggebern, Verwaltung und Architekten zu bauen. Hierbei wird das Gesamterscheinungsbild von Stadt, Land und Gebäuden fokussiert.

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Cluster der Kreativwirtschaft in Hessen (CLUK) e.V.

Im Juli 2011 gründete sich das Cluster der Kreativwirtschaft in Hessen (CLUK) e.V. Es wird von einer Reihe von Berufsverbänden aus verschiedenen Kreativbereichen gebildet und soll zukünftig in der heterogenen Kreativlandschaft Hessens als „Sprachrohr der Kreativen“ fungieren. Ziel ist es, Interessen zu bündeln, gemeinsame Projekte anzustoßen und den bereits bestehenden Organisationen und Verbänden in Hessen ein Dach zu geben. Seinen Sizt hat das CLUK in Frankfurt am Main, wo sich die Bedeutung und das Wachstumspotential der Kreativwirtschaft besonders deutlich zeigen.

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Entdecke Offenbach: Die neue Stadt

Planstation, Like Offenbach und OFlovesU

In Offenbach präsentiert sich unter dem Namen "Die neue Stadt" ein Paket von gleich drei kreativen Projekten, die sich an einer Schnittstelle zwischen Medien, Stadt und Gesellschaft befinden. Es handelt sich um Planstation, Like Offenbach und OFlovesU. Alle Projekte befassen sich mit dem Leben in der Stadt, mit Raum, Arbeit, Freizeit, Lifestyle und Gegenwart. Sie setzen an verschiedenen Stellen an, vernetzen, machen sichtbar und laden zur Teilnahme ein.

Einen TED-Talk von Loimi Brautmann mit weiteren Informationen finden Sie hier!

Das Projekt Planstation umfasst die Betreuung der Antragsteller des EFRE-Förderprogramms „Lokale Ökonomie“. Die Stadt Offenbach hat dieses Programm ausschließlich auf die Kultur- und Kreativwirtschaft ausgerichtet. Mittels Angeboten wie speziellen Vortrags- und Veranstaltungsreihen zu Themen, die (selbstständige) Kulturschaffende beschäftigen, soll auch eine allgemeine Anlaufstelle für diese Zielgruppe geboten werden.

Mehr über das Förderprogramm für Kultur- und Kreativschaffende in Offenbach finden Sie hier

Like Offenbach ist eine Kombination von Webplattform und Alltag. Das Projekt stellt sich über eine Facebook-Seite und einen Blog dar, die vom Alltag in der Stadt erzählen. Neben der Redaktion tragen auch die User selbst zu den Inhalten bei, indem sie Informationen zu Events, Lifestyle und Raum teilen.
Abgerundet wird das Angebot mit dem dritten Projekt: OFlovesU / Entdecke deine Stadt. Neu. Dabei handelt es sich um alternative Stadtführungen, in denen Offenbach unter verschiedenen Themen erkundet wird. Bei "Design from the backyard" z. B. geht es auf Entdeckertour in Hinterhof-Design-Büros, Galerien und Work- Spaces von denen es in Offenbach viel mehr gibt, als man erwarten würde.

basis e.V. Frankfurt

Beispielhafte Kooperation von Kulturschaffenden, Hochschulen, Stadt, Land

Der gemeinnützige Verein basis e.V. ist im Jahr 2005 aus der Initiative raumpool Rhein-Main hervorgegangen. Diese wurde Ende 2001 als Kooperation mehrerer im Rhein-Main-Gebiet ansässiger
(Kultur-)Institutionen und Hochschulen gegründet.

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MAINRAUM - Gründerhaus Kreativwirtschaft

Das MAINRAUM - Gründerhaus Kreativwirtschaft in Frankfurt bietet optimale Arbeitsbedingungen für junge Unternehmen und Existenzgründer der Kreativwirtschaft. Seit Januar 2010 ermöglicht es durch die Unterstützung der Stadt Frankfurt mit einem geringen Mietpreis die Chance auf einen erfolgreichen Unternehmensstart.

Der Schwerpunkt liegt auf den folgenden drei Bereichen: Games, Digitale Welten (digitale und mobile Anwendungen, Film, Musik) sowie Produkt- und Kommunikationsdesign.

Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH betreibt diesen lebendigen Knotenpunkt und bietet neben günstigen Kleinstbüroflächen auch eine gemeinsam genutzte Infrastruktur sowie die Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen mit anderen Unternehmen.

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Co-Working im MAINRAUM Frankfurt

Seit dem 1. Februar 2012 bietet das [MAINRAUM] – Gründerhaus Kreativwirtschaft zusätzlich Coworking Arbeitsplätze an. Mit dem [MAINRAUM] Coworking werden Kreativschaffenden temporäre und professionelle Arbeitsplätze geboten. Diese neue Form der Arbeit gibt Flexibilität, schafft offene und kollaborative Arbeitsräume, die den Ansprüchen ihrer unabhängigen Nutzer entgegenkommt. Schwerpunkt des [MAINRAUM] Coworking liegt auf Games, Digitale Welten und Design. Als Betreiber des Gründerhauses reagiert die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH damit auf die steigende Nachfrage nach temporären Arbeitsplätzen für Kreative aus diesen Bereichen.

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Kümmerei Gießen

Die Kümmerei in Gießen hat im Oktober 2008 ihre Arbeit aufgenommen und fungiert als Zwischennutzungsagentur, Netzwerk für Kreative und Schnittstelle zwischen Verwaltung und Kultur. Sie spürt Leerstände auf und gibt Impulse für die lokale Ökonomie. Die Standorte sollen zu kulturellen Veranstaltungsorten mit eigenständigem künstlerischen Profil werden. Das Projekt ist offen für alle Belange der Kulturwirtschaft und vereint in seinen Räumlichkeiten auch gleichzeitig Wohnzimmer, Büro, Laden, Café und Bühne.

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airbagcraftworks Groß-Umstadt

Ein Unternehmen der Kulturwirtschaft vereint Innovation und Tradition

www.airbagcraftworks.com

Das Label airbag steht, in Anspielung auf ein Sicherheitssystem in Personenwagen, für farbenfrohe, rechteckige oder quadratische Taschen in jeder Größe. Es sind alles Unikate und Kultstücke, die immer mit dem charakteristischen airbag-Logo und dem Autogurt versehen sind.

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TIGZ Technologie-, Innovations- und Gründerzentrum Ginsheim-Gustavsburg GmbH

Raum für neue Geschäftsideen und Starthilfe für Jungunternehmen

www.tigz.de

Rund 40 Unternehmen stellt die TIGZ GmbH Ginsheim-Gustavsburg regelmäßig ihre moderne Büroinfrastruktur bereit. Seit Anfang 2009 unterstützt das Zentrum auch die Kultur- und Kreativwirtschaft. Von der professionellen Existenzgründerberatung und Betreuung profitieren darüber hinaus weitere zahlreiche regionale Jungunternehmer. Durch die enge Begleitung werden Marktchancen und auch drohende Krisen frühzeitig erkannt, was die sehr hohe Überlebensrate der Unternehmen massiv fördert. Circa 250 Mitarbeiter tragen hier zum wirtschaftlichen Potential der Umgebung bei.

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Nachrichtenmeisterei Kassel

Am ehemaligen Hauptbahnhof Kassel wird unter dem Projektnamen „Nachrichtenmeisterei" auf über 4000 qm alter Baubestand von kreativ Tätigen genutzt. Im Jahr 2003 begann die Anmietung leerstehender Gebäude am Bahnhof Kassel, welche umgebaut und saniert wurden. Im Vordergrund stehen die Synergieeffekte, die entstehen, wenn kreative Köpfe zusammenarbeiten. Hierbei stehen ein gemeinsamer Veranstaltungsort sowie Technik- und Wissenspool zur Verfügung. Unterstützt wird dies durch das Projektmanagement und die Koordination der Nachrichtenmeisterei GbR. Professionelle Werkstätten, Ateliers, Ton-, Photo- und Multimediastudio und Proberäume werden von beispielsweise freischaffenden Künstlern, Photographen, Designern und Musikern genutzt.

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Waggonhalle, Marburg

www.waggonhalle.de

Die Nutzung des Geländes durch die Bahn wurde in den 1980ern eingestellt. 1996 startete das Kulturzentrum Waggonhalle. Es entstand aus der Idee heraus, in Marburg ein neues Theater zu gründen. Nach langer Suche wurde die ehemalige Waggonhalle als geeigneter Ort gefunden. Durch die Spende einer Privatperson konnten die notwendigen Umbaumaßnahmen finanziert werden. Heute betreibt die Waggonhalle Verwaltungs GmbH neben dem Theater noch ein Café und ein Seminarhaus. Das Verhältnis zum Eigentümer hat sich mit den Jahren positiv entwickelt. Eine dauerhafte Nutzung des Gebäudes wird angestrebt.

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Wacker Fabrik e.V. Mühltal

Von Privateigentümern initiierte Verknüpfung von Wohnen, Gewerbe, Kunst und Kultur

Die Wacker Fabrik bietet Platz zum Wohnen und Arbeiten und ist ein Ort für Kreativität, Kunst und Kultur in der Region. Die Mieter stammen überwiegend aus den Bereichen Werbung, Video, Fotografie, Fotoart, Design, Musikmarketing, Booking, Künstler- und Veranstaltungsmanagement, Schmuck und Malerei sowie Architektur und Planung, aber auch aus der IT-Branche.

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